Donnerstag, 7. Februar 2013

Später kommt doch alles raus - die Leiden und das Plagiat

Und der nächste Fall lässt grüßen. Der Schatten des Plagiatierens hängt schwarz und schwer über ihr. Der Dr.-Titel ist futsch, Erklärungsnöte rücken an dessen Stelle. Erklärungsnöte? Nein! Ganz und gar nicht, denn die Entscheidung des Komitees der philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf wird nun auch noch in Frage gestellt. Eine Frechheit, nach Jahrzehnten den doch so hart "erarbeiteten" Titel aberkannt zu bekommen. Ja? Nein - sage ich. Denn Annette Schavan, Bundesbildungsministerin (!!!) hat Fehler gemacht. 


Korrekt zitieren, wissenschaftlich arbeiten und eben alles, was für solch eine Arbeit dazugehört, das, ja genau das, sollte man im Studium doch gelernt haben. Zumindest ist es das, was die Dozenten und Professoren einem immer - und ich betone: immer - wieder ans Herz legen: das schlimmste Vergehen ist und bleibt ... das Plagiat. Auch wenn ich mir Predigten diesbezüglich in meinem ersten Semester - erst einmal Angst schüren - zuhauf anhören musste und diese mich quasi im Schlaf verfolgten (in einem Studiengang, dessen Grundlage Literatur, Analyse und fundiertes, korrektes wissenschaftliches Arbeiten sind, vielleicht gar nicht so verwunderlich), so muss ich im Nachhinein sagen: es kommt ja alles nicht von ungefähr. Man will studieren, also muss auch auf eine angemessene Zitationsweise, sowie damit zusammenhängend auf den richtigen Verweis einer Quelle geachtet werden. Gedankliches Eigentum - und mal ehrlich: wer will schon, dass seine eigenen brillante Gedanken, Ideen etc., welche bereits festgehalten und gar veröffentlicht wurden, einfach von anderen Menschen als "ihre eigenen" Überlegungen ausgelegt werden?
     Nun gut, Frau nicht-mehr-Dr. Schavan ist die "Übeltäterin", dennoch bleibt aber die Frage: warum wurden Fehler in ihrer Doktor-Arbeit von der Uni nicht schon gleich bei der Erst-, spätestens aber bei der Zweitkorrektur gefunden? Sollte man bei dem feierlichen Verleih eines Dr.-Titels nicht davon ausgehen können, dass eine solch "wissenschaftliche" - in diesem Fall eher nicht - Arbeit sich einer adäquaten Prüfung unterzogen hat, bevor sie abgesegnet wurde? Im Falle zu Guttenberg ähnlich: es musste erst einige Zeit vergehen, bis plötzlich festgestellt wurde, dass offenbar doch mehrere Nachweise fehlten und das auf einer großen Anzahl von Seiten nicht nur einmal auf das Copy-Paste-Verfahren zurückgegriffen wurde. Warum? Und das Argument der "fehlenden technischen Möglichkeiten" scheint mir hier irgendwie unangebracht.
     Warum nicht passende Ideen, auch wenn sie bereits schon bestehen, mit in die Arbeit einbringen? Ich sehe dabei keinen Nachteil, eher noch zwei Vorteile: es zeigt nur, dass ordentlich recherchiert wurde, man also weiß, was bezüglich eines (Teil-)bereiches bereits "erforscht" wurde; zum anderen kann somit bewiesen werden, dass man das wissenschaftliche Arbeiten beherrscht (Zitierweise!). 
     Also, noch einmal die Frage: warum Gedanken als seine eigenen auslegen, wenn im Grunde genommen nur Nachteile daraus enstehen? Aber natürlich schreibt niemand bewusst ab. Das sind Fehler. Die passieren eben. Wieso sonst sollte Frau Schavan das Ergebnis nicht einfach hinnehmen können? Ertappt. Später kommt doch alles raus. Und falls ich mir noch eine etwas zynische Bemerkung erlauben darf: es ist schon so manches Mal die Ironie das Schicksals - Annette Schavan ist Ministerin für Bildung und Forschung...und dann sowas.
     Ganz unabhängig von Amt, Partei, Alter und Geschlecht: von bestem Wissen und Gewissen kann doch wirklich keine Rede mehr sein. Nun bleibt die Frage, ob Frau Schavan ihr Amt weiter ausführen wird. Vorschläge? Man munkelt...

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