Wie sieht die neue Partei in Großbritannien aus?
Dies ist sicherlich eine Frage, welche sich nicht leicht beantworten lässt und dennoch ist sie eine, welche von erheblichem Interesse ist besonders für die jüngere Generation.
Vor ein paar Wochen habe ich an einer Veranstaltung im Londoner Westminster teilgenommen. Der Titel: "Tomorrow's Party: Where next for Britain's Ailing Political Tribes?" - ein wahrlich interessantes und zugleich aktuelles Thema. Organisiert wurde die Debatte von der Electoral Reform Society (mehr Informationen gibt es hier). Unter den Gästen befanden sich unter anderem auch Mitglieder des Parlaments und somit Parteivertreter der Labour und Conservative Party. Darüber hinaus waren auch die Liberal Democrats vertreten. Die Frage, um welche sich alles drehte, ist die anfangs genannte.
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Es its kein Geheimnis, dass die Wahlbeteiligung auch in Großbritannien nicht gerad Rekorde erzielt. Zudem wird gesagrt dass sich offenbar besonders junge Menschen von politischen Parteien abwenden, da sie der Ansicht seien, ihre Stimme zähle nicht - oder könne nichts ausrichten -, weshalb lediglich geringer bis gar kein Einfluss besteht. Deshalb suchen sie sich neue, alternative Beteiligungsmöglichkeiten, beispielsweise in Form von Gruppen oder Organisationen (oftmals ideologisch nicht parteigebunden). Aufgrund dessen sinkt die Zahl der Parteimitgliedschaften rapide.
Wie geht es mit politischen Parteien weiter? Diese Frage steht in engem Zusammenhang mit jener, welche nach den Wünschen der Bürger/Bürgerinnen in Verbindung mit Politik fragt.
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Zuerst einmal wünschen sich die Briten - und das kann wohl auf andere Länder übertragen werden - Mitspracherecht. Sie wollen davon überzeugt sein, dass ihre Stimmen gehört werden. Ein paar Personen aus der Zuschauerreihe, welche selbst Mitglieder der Labour Party sind, beschwerten sich, dass selbst eine Parteimitgliedschaft noch nicht einmal das Minimum an Beteiligungsmöglichkeit - dass die einzelne Meinung überhaupt Gehör findet - sicherstellt.
Zweitens findet bereits über Jahre der Prozess der zunehmenden Professionalisierung der Parteien statt. Was das bedeutet? Es kommt weniger auf eine day-to-day basis zwischen Bürgern/Bürgerinnen und der politischen Elite an, sondern vielmehr wird Wert darauf gelegt, externe PR-Experten mit an Bord zu ziehen, um sich möglichst gut zu verkaufen. Genau das ist der Grund weshalb sich viele Menschen nicht mehr mit den Politikern identifizieren können. Sie sehen diese sich selbst glorifizieren, wobei sie allerdings die Verbindung zu den potentiellen Wählern/Wählerinnen verlieren.
Drittens - und das ist innerhalb des jüngeren Teils der britischen Gesellschaft ein ziemlich großer Diskussionspunkt - stellt die Homogenisierung der beiden großen Parteien, Labour und Conservative Party, ein Problem dar. Dies macht es schwierig, einer der Parteien seine Stimme zu geben - wenn überhaupt.
So lässt sich zusammenfassend bemerken, dass der Spalt zwischen politischen Parteien und Bürgerinnen/Bürgern immer größer wird, was dazu führt, dass das Verständnis auf beiden Seiten abnimmt. Es ist ein Teufelskreis. Die sogenannte Politikverdrossenheit der Menschen darf nicht einfach isoliert betrachtet werden. Vielmehr muss genau in diesem Zusammenhang das Operieren der Parteien und ihre Beziehung zu den Menschen herangezogen werden. Die schlechte Wahlbeteiligung ist ein Aufschrei der Bevölkerung nach mehr Partizipationsrecht und -möglichkeiten.
Nun, wie sieht eine neue politische Partei aus?
Diese sollte definitiv erst einmal eine Brücke und kein Hindernis zu politischem Engagement darstellen. Stella Creasy, Labour Abgeordnete, ist sich über die Digitalsierung der Medienlandschaft im Klaren. Ihres Erachtens nach wollen die Menschen - und hiermit meint sie hauptsächlich die junge, technologisch versierte Generation - online aktiv werden. Zu diesem Zeitpunkt jedoch haben sich die Parteien diesem Wandel noch nicht angepasst. Momentan sind neue Medien für Politiker lediglich eine Plattform für die Überbringung einer oberflächlichen Nachricht, wobei die eigentliche Interaktion mit den Menschen fehlt. Auf der anderen Seite unterstreicht der Präsident der Liberal Democrats, Tim Farron, die Notwendigkeit der Stärkung kommunaler Politik, sodass die Menschen ein größeres Interesse daran bekommen, in ihrer "community" politisch aktiv zu werden. Deshalb ist er der Meinung, dass politische Parteien die Bevölkerung inspirieren sollen. Aber inwiefern? Diese Frage blieb unbeantwortet. Des Weiteren nannten die Gäste eine flexible Parteimitgliedschaft, konnten sich nicht darauf einigen, ob Parteien ideologisch oder nicht-ideologisch sein sollen und stellten den Punk des Online-Wählens heraus. In den Augen vieler müssen die Menschen eine Möglichkeit bekommen, Netzwerke zu knüpfen, zusammenzukommen, um ihre Ideen zu sammeln sowie neue Ansichten zu formen. Nur so kann eine aktive Basis für wirkliche Veränderung entstehen. Wahrscheinlich hat dies viel mit Geduld zu tun - "patience" ist ein Charakteristikum, welches eine neue politische Partei besitzen sollte.
Diese sollte definitiv erst einmal eine Brücke und kein Hindernis zu politischem Engagement darstellen. Stella Creasy, Labour Abgeordnete, ist sich über die Digitalsierung der Medienlandschaft im Klaren. Ihres Erachtens nach wollen die Menschen - und hiermit meint sie hauptsächlich die junge, technologisch versierte Generation - online aktiv werden. Zu diesem Zeitpunkt jedoch haben sich die Parteien diesem Wandel noch nicht angepasst. Momentan sind neue Medien für Politiker lediglich eine Plattform für die Überbringung einer oberflächlichen Nachricht, wobei die eigentliche Interaktion mit den Menschen fehlt. Auf der anderen Seite unterstreicht der Präsident der Liberal Democrats, Tim Farron, die Notwendigkeit der Stärkung kommunaler Politik, sodass die Menschen ein größeres Interesse daran bekommen, in ihrer "community" politisch aktiv zu werden. Deshalb ist er der Meinung, dass politische Parteien die Bevölkerung inspirieren sollen. Aber inwiefern? Diese Frage blieb unbeantwortet. Des Weiteren nannten die Gäste eine flexible Parteimitgliedschaft, konnten sich nicht darauf einigen, ob Parteien ideologisch oder nicht-ideologisch sein sollen und stellten den Punk des Online-Wählens heraus. In den Augen vieler müssen die Menschen eine Möglichkeit bekommen, Netzwerke zu knüpfen, zusammenzukommen, um ihre Ideen zu sammeln sowie neue Ansichten zu formen. Nur so kann eine aktive Basis für wirkliche Veränderung entstehen. Wahrscheinlich hat dies viel mit Geduld zu tun - "patience" ist ein Charakteristikum, welches eine neue politische Partei besitzen sollte.
Bedeutet all das also, dass wir bald Zeugen eines dramatischen Wandels von der Struktur der britischen Parteien sein werden? Oder sehen die Briten sich nur wieder mit einer von Versprechungen "bemalten" Wand konfrontiert, wovon keines je in die Tat umgesetzt wird? Ein paar wenige Vorschläge aus Reihen der Parlamentsmitglieder wurden gemacht, allerdings blieb die Frage nach der Umsetzung unbeachtet - zu meinem Bedauern. Aber genau hier liegt der Knackpunkt.
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