Jahrelang war sie die "Mutter der Nation", die mächtigste Frau der Welt - und ist sie wohl immer noch. Natürlich, wie in einer Demokratie üblich, existieren Kritiker, aber Angela Merkel hat sich über die Jahre einen Namen gemacht. An der Spitze Deutschlands stand und steht sie vorerst noch bis zum 22. September, international betrachtet hat sie sich Respekt verschafft. Doch nun hagelt es, so kurz vor der Wahl, immense Kritik.
ZEIT ONLINE schreibt, Merkel schade dem nationalen Interesse. Harsche Worte, welche ihre Kreise ziehen. Die Umfragewerte mögen vielversprechend sein. Viele Menschen ruhen sich darauf aus und sind sich bereits jetzt sicher, dass unsere momentane Kanzlerin auch in Zukunft das Amt weiter innehaben wird. Nebener hagelt es Kritik. Wer die Zeitung aufschlägt, bekommt dies immer öfter zu spüren: Die Lobgesänge verstummen allmählich. Irgendwie kommen dann doch Zweifel auf, ob die auf den Status der "Mutter der Nation" überhöhte Angie Deutschland weitere vier Jahre guttun wird. Wer einen internationalen, kritischen Blickwinkel eingenommen hat, der beginnt zu grübeln.
Sie ist die Bundeskanzlerin. Sie hat das Sagen. Und vor allen Dingen trägt sie die Verantwortung für eine ganze Nation - Deutschland. Genau hier wird es kritisch. Es darf nicht "von oben" gedacht, sondern es muss "von unten" angesetzt werden: Was sind die Interessen, Wünsche, Hoffnungen der deutschen Bevölkerung? Natürlich müsste diese Frage untergliedert werden in unterschiedlichste Bereiche, allerdings ist eines klar: Die Wirtschaft ist die treibende Kraft. Wenn diese ins Stocken gerät, so lässt der Unmut nicht lange auf sich warten. Dieser ziehe sofort nach.
Merkel wird für ihre Europapolitik kritisiert. Ins Aus katapultiere sie sich mit ihren Taten und Vorstellungen. Die Wirtschaft hängt zwangsläufig an ihren Entscheidungen, daran, wie sich Europa als ein Ganzes entwickelt. Wir befinden uns im Zeitalter der Interdependenz unterschiedlichster Natur. Besonders aber ist dies in Hinblick auf die Wirtschaft der Fall. Natürlich steht Deutschland stark da in Europa. Vielen anderen Ländern geht es nicht ganz so gut, sie taumeln ein wenig. Unser Land ist unter Merkel immer präsent, aber Kritiker empören sich über die Art und Weise, wie diese Stärke präsentiert wird. Gesine Schwan spricht in ihrem Artikel von "Deutschland als arroganter Schulmeister" - und genau dieses Verhalten sei es, welches andere unser Land mit hochgezogener Augenbraue betrachten lässt. Wer hochnäsig wird, verliert an Sympathiepunkten. Das ist schlecht für die Wirtschaftsbeziehungen. Die Bürgerinnen und Bürger müssten Konsequenzen ausbaden. Doch sie sitzen am Wählerhebel. Sprechen Sie Angie weiter ihr Vertrauen aus? Der Frau, welche die meiste Zeit über Stabilität und Seriosität verkörpert(e)?
Neben all den Kritikbomben darf jedoch nicht vergessen werden, dass die momentane europäische (Klischee-Beispiel Griechenland) und auch außereuropäische (Syrien) Lage angespannt ist. Wer will dann schon gern Entscheidungen treffen, wohlwissend, dass diese nicht bei allen betroffenen und zwangsläufig involvierten Parteien auf Zuspruch treffen und man sich so oder so in den Augen einiger Personen komplett falsch entschieden hat? Haben wir also ein bisschen mehr Verständnis für unsere Bundskanzlerin. Denn getan wird immer nur das, was im nationalen Interesse liegt.
Nationales Interesse? Wie dies genau aussieht, definiert wohl jeder für sich anders. Entscheiden darüber darf nur eine handvoll Auserwählter im europäischen Dialog.
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