Breaking News? Davon gibt es viele. Momentan fällt unter diesen Begriff aber hier in England die Geiselnahme in einem Shopping Center Nairobis. BBC scheint andere Nachrichten lediglich einzuschieben, damit nicht nur über den Angriff der somalischen Shabab-Miliz berichtet wird.
Wir befinden uns in einem Zeitalter, in welchem asymmetrische Kriegsführung deutlich zunimmt. So gut (oder auch schlecht - das unterliegt der Interpretation) die Diplomatie zwischen den Staaten der Welt auch funktionieren mag und so sehr die meisten Menschen - so möchte ich behaupten - begriffen haben, dass gewaltsame Auseinandersetzungen im Grunde genommen wenig bringen, genau so sehr haben sich aber andere Konfliktformen entwickelt. Banal gesprochen: Der Staat sieht sich mit Terrorgruppen konfrontiert, muss also gegen inner- oder außerstaatliche Gruppierungen "kämpfen".
Überspitzt dargestellt könnte natürlich behauptet werden, diese Art von Bedrohung lasse sich schnell beseitigen (ist die waffentechnische Machtwaage doch deutlich zugunsten des Staates geneigt) solange das große Ganze, also das Land an sich, zusammen mit anderen Staaten, friedliche Wege eingeschlagen hat. Wer dann natürlich auch nur ein Stück weit intensiver darüber nachdenkt, dem wird bewusst werden, dass die Art der symmetrischen Kriegsführung allerdings, verglichen mit der jetzigen, zumindest mehr Klarheiten verschafft (hat), der Knackpunkt aber erst noch kommt. Terroristische Gruppen sind auf dem Vormarsch und sind sie vielleicht in Hinblick auf die Waffenausrüstung unterlegen, so bauen sie sich neue Wege zum Ziel. Deshalb kann man sich nie sicher sein, wie nah die Bedrohung wirklich ist. Und genau das spannt die Nerven und zwar gewaltig.
Sicherlich sind die Terrororganisationen nicht so groß wie ein ganzer Staat. Es sind Menschen, die meines Erachtens nach in ihrer eigenen Welt leben, aber den Bezug zu dieser komplett verloren haben. Zumindest ist Gewalt das Druckmittel und somit zwangsläufig auch die Zivilbevölkerung. Sicherheitsmaßnahmen können verschärft werden, an Flughäfen, in öffentlichen Gebäuden, auf der Straße. Einfach wachsam sein. Aber das hilft schon lange nicht mehr.
Was im "Untergrund" brodelt, das enzieht sich jeglicher Kontrolle - und plötzlich kommt das explosive Gemisch an die Oberfläche: eine weitere Autobombe wurde gezündet, wieder hat sich ein Fanatischer mitten in einer Fußgängerzone in die Luft gesprengt, plötzlich ist eine große Anzahl and Personen in einem Shopping Center in eine für sie wahrscheinlich erst einmal Horrorfilm ähnliche Situation geraten - doch als Geiseln spielen sie im Blockbuster zwangsläufig direkt mit.
Und in solchen Momenten werden Versprechen gemacht, die Peiniger nicht davonkommen zu lassen. Es wird sein tiefstes Beileid an die Angehörigen der Opfer ausgesprochen. Und dann kommen Frage von Reportern: "Können Sie uns den jetzigen Stand der Situation mitteilen?" - und alles beginnt von vorn. Starke Worte, hinter denen sich doch eigentlich nur Tatenlosigkeit versteckt. So sehr dieser Wunsch brennt: Gegen den Willen terroristischer Gruppen ist selbst der Staat mit all seiner Macht machtlos.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Kommentare sind erwünscht - konstruktiv und sachlich dürfen sie sein. Bei positiven Bemerkungen darf den Gefühlen aber auch gern einmal guten Gewissens freien Lauf gelassen werden.