Donnerstag, 11. Juli 2013

Die "Peinlichkeitsplattform" facebook - kurz reflektiert

Alles begann einmal mit der Idee von Mark Zuckerberg. Virtuell die Möglichkeit haben, sich ein soziales Netzwerk aufzubauen oder den Kontakt mit Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen etc. zu pflegen, wobei man gleichzeitig viel aus dem Leben des jeweils anderen mitbekommen soll. Ob Fotos, posts, oder eben auch kurze Videos - dem ganzen Spaß waren - und sind - keine Grenzen gesetzt. Kurzum: facebook boomt(e). 


Doch die Menschen werden "erwachsener" und beginnen mit der Benutzung dieser riesigen virtuellen Plattform auch über sie zu reflektieren - und somit sind schon manche Personen zu dem Schluss gekommen, dass die Aktivität auf facebook wohl besser ein wenig heruntergefahren werden sollte. Warum? Die Datenbenutzung und -weiterleitung ist die eine, eventuell auf peinlichen und sogar Ruf schädigenden Bildern verlinkt zu werden, die andere Sache. Soziales Netzwerk hin oder her, aber wer will schon morgens nach einer durchzechten Nacht (und möglicherweise nicht mehr ganz so viel Erinnerungsvermögen) seine facebook-Seite öffnen und plötzlich die in den Dunkelecken des Kopfes verschwundenen Erinnerungen  mithilfe von eher nicht so vorteilhaften Bildern - galant ausgedrückt - rekonstruieren? Ich bin der Ansicht: keiner.

http://blogs.uni-bremen.de/eule/files/2012/10/facebook-like-buton.png


http://cdni.wired.co.uk/620x413/d_f/Facebook-hoax.jpg


Aber genau das ist das Problem: vieles lässt sich - auch wenn man Einstellungen vornehmen kann, um die von anderen geteilten Inhalte auf seiner Pinnwand vorher abzusegnen - einfach nicht mehr kontrollieren. Ist das Foto einmal "da draußen", ist es egal, ob dieses durch eine explizite Verlinkung auf der individuellen Seite der darauf zu sehenden Person erscheint oder nicht. Das Bild zirkuliert wahrscheinlich mehr, als man sich vorstellen kann und wie bekannt ist, "kommt ja später alles raus." Und so sind die großen Weiten des Internets unüberschaubar und Peinlichkeiten in Form von Fotos - die posts sind da ja noch harmlos - können ziemlich schnell zur Misere in puncto Job werden (um dies ein wenig überspitzt darzustellen). Die Privatsphäre auf facebook ist meines Erachtens nach ausbaufähig, ja, und deshalb wird wirklich Persönliches auch nicht mehr auf dieser Plattform diskutiert. 

http://www.welt.de/img/webwelt/crop117856808/1358722408-ci3x2l-w620/Facebook-CEO-Zuckerberg-introduces-a-new-feature-called-Graph-Search-during-a.jpg


Und das ist ein weiterer Aspekt: facebook kann nicht nur zu immensen Unannehmlichkeiten führen, sondern ist auch nicht mehr die Nische der virtuellen, offenen Kommunikation, die sie anfangs sein sollte, bzw. wofür sie gedacht war. Das Netzwerk weitet sich aus, immer mehr Apps enstehen, welche es ermöglichen sollen, seine Kontakte noch privater und besser kennenzulernen. Und wer will das noch? Sicherlich ist facebook hilfreich, wenn es darum geht, eine breite Masse an Menschen zu erreichen, sei es für ein Event, eine Umfrage oder generell mit etwas, woran sich viele beteiligen sollen oder was erst einmal viele Personen erreichen soll. Aber wirklich familiär kommt es einem doch nicht mehr vor, weshalb viele Dinge, somit auch posts, eher Oberflächliches, Allgemeines darstellen, aber nicht mehr verraten, was die Person an sich eigentlich tut - interessiert das überhaupt? 

Facebook wächst und auch wieder doch nicht, denn vielleicht ist diese Plattform einfach zu gewaltig und zu unberechenbar geworden, aufgrund ihrer Unüberschaubarkeit. Die kleine, soziale Nische ist Mark Zuckerbergs Erfindung längst nicht mehr. Firmen debattieren darüber, wie facebook am effektivsten für ihre Marketingzwecke eingesetzt werden kann - etwas "Größeres" soll mit der Benutzung erzielt werden. 


http://marketing2morrow.de/wp-content/uploads/2010/11/Facebook-Sticker1.png


Die Nische ist keine mehr und somit wird facebook wohl in Zukunft nicht mehr die Rolle des "ganz persönlichen" Netzwerkes spielen, denn für den "social talk" eignet es sich nicht mehr - zu beobachtet fühlt man sich doch irgendwie und Privates soll dann plötzlich doch wieder ganz privat bleiben.



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