Samstag, 20. Juli 2013

Gerechtigkeit, was ist das?

Endlich. Darauf haben die Amerikaner - oder zumindest jene, die den Freispruch George Zimmermans im Fall Trayvon Martin mit Empörung entgegengenommen haben - fast eine Woche warten müssen. Nun äußerte sich der Präsident. Denn genau dieser Fall unterstreicht Obamas Pflicht, öffentlich Stellung zu nehmen. Es scheint teilweise wie ein Paradoxon: da gibt es nun schon in der zweiten Amtsperiode in Folge einen schwarzen Präsidenten, der neben der üblichen kontroversen Diskussion in einer Demokratie doch recht viel Zuspruch bekommt, auf den Straßen der USA aber ist Rassismus so präsent wie eh und eh in der amerikanischen Geschichte.


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Barack Obama hat sich seine Worte offensichtlich vorsichtig zurechtgelegt. Seine kurze Rede ist nicht das, was vielleicht manche erwartet hätten sondern es sind Worthülsen, die Dinge, ja eventuell sogar Fakten, verschleiern, diese aber nicht beim Namen nennen. Zu Beginn der Rede erklärt Obama, auch er hätte dieser unschuldige Junge sein können - damit deutet er wohl an, wie schwierig es schwarze Bürgerinnen und Bürger haben, dass Rassismus immer noch ein Thema für viele weiße Amerikaner ist. Aber das sagt er nicht explizit. Er lässt den Menschen den gewissen "Interpretationsfreiraum" - aber was soll da noch groß interpretiert werden? Für die meisten ist das ein klarer Fall, weshalb "das Kind auch beim Namen genannt" werden könnte. Hautfarbe, Rassismus - nichts dergleichen wurde auf den Punkt gebracht.

Der US-amerikanische Präsident versucht, bloß kein falsches Wort zu verwenden. Er muss sich objektiv verhalten - logisch. Er argumentiert mit Rechtsstaatlichkeit. Die "Jury" habe ihr Urteil gefällt. Ach ja, da war ja dieses Notwehrgesetz...

Wahrscheinlich ist es so. Recht und Unrecht liegen oftmals nah beieinander. Was andere verstehen, stößt bei wieder anderen auf Unverständnis. Das "Stand Your Ground" Gesetz müsse überprüft werden. Ein ganz mildes Entgegenkommen. Verlaufen wird die Debatte im Sand.

Gerechtigkeit, was ist das? Sie hängt wohl mit den zugrundeliegenden Gesetzen zusammen. Wie gerecht sind diese? Und immer tiefer, immer genauer kann man bohren und nachfragen. Recht ist Recht. Auch wenn Unrecht gleich daneben liegen mag.

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