Syrien leidet. Die Menschen sind gezeichnet von dem Leid. Blutvergießen und gar Tod sind an der Tagesordnung. Syrien scheint isoliert von der Außenwelt, ummantelt von dickem Glas, nicht zu durchbrechen. Die Nationen schauen zu, fast hilflos, so scheint es. Die UN diskutieren, verabschieden Friedenspläne und denken eifrig über Sanktionen nach. Und was passiert? Schlussendlich ist der Terror nicht einzudämmen. Die Hilfeschreie der Menschen gehe unter in dem grausamen Blutbad.
Was ist das für ein Mensch, der solche Grausamkeiten zulässt? Menschenrechte werden ignoriert, schlimmer noch: sie scheinen nicht zu existieren. Die Qualen der Menschen - ob auf der Flucht oder nicht - sind für uns nicht greifbar und doch wissen wird, dass sie unerträglich sein müssen, physisch und seelisch.
Was ist das für ein Mensch, der solche Grausamkeiten zulässt? Menschenrechte werden ignoriert, schlimmer noch: sie scheinen nicht zu existieren. Die Qualen der Menschen - ob auf der Flucht oder nicht - sind für uns nicht greifbar und doch wissen wird, dass sie unerträglich sein müssen, physisch und seelisch.
Syrien ist das Zentrum aller momentanen Grausamkeiten, so möchte man sagen. Nichtsdestotrotz gibt es überall auf der Welt Brutalität, Schmerz etc. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, einen "kreativ-poetischen" Text über das Leiden der Welt zu verfassen.
Die Narbe der Welt
Schon längst sind die Schreie leiser geworden, in ein Wimmern übergegangen – und doch, der Schmerz kratzt an der Grenze des Unerträglichen. Er wird hineingefressen, die Schwäche lässt keine dramatischen Gebärden zu. Dumpf-pochend breitet sich das Leiden aus, fortwährend tiefer kriecht es unter die Oberfläche und reißt immer tiefere Wunden in den ach so wundervollen Körper. Aber dennoch: was bringt Jammern, was bringt Klagen? – selbst wenn es möglich wäre. Hilflos, blass, mit Tränen in den Augen – so steht sie da, die schwerverletzte Welt. Ein stummer Schrei nach Erlösung klebt auf ihren Lippen. Erlösung – ein leeres, bedeutungsloses Wort. Hilfe?! Die Qualen steigen ins Unermessliche. Der Leidensweg ist lang. Der Albtraum hat erst begonnen. Befreiung, das ist unmöglich. Wie eine Gefangene, das Elend auf den Schultern tragend, schwerer werdend und sie nicht mehr loslassend, so hockt sie da, die Welt. Ausgezehrt, mit größer werdenden Wunden – wer sind die Retter? In Albträumen gibt es keine Helden. Sie krümmt und windet sich, ganz plötzlich. Ein durchdringender Schrei – der Atem stockt. Für den Moment – so der Anschein – macht sich ein Gefühl der Erleichterung breit. Der Schein trügt. Die Seele ist getroffen, offen nun liegt sie vor dem Quälenden. Ein weiterer Schritt. Die Grenze ist gebrochen. Die Qualen, sie sind fort – um als stechender psychischer Schmerz ein weiteres Mal zu erklingen. Was nun ist schlimmer als das Sichtbare, für jeden Greifbare, Verständliche? Die Augen, sie müssen offen sein, nicht nur für das Offensichtliche. Die Oberfläche ebnen, kaum eine Kunst. Ein natürlicher Mechanismus schließt die Wunden. Narben bleiben – die Hüter der Erinnerungen. Doch festgebissen hat sich das Leid, versteckt hinter den sichtbaren Spuren. Vergehen? Das Unsichtbare, es lebt. Nun, es ist nicht mehr zu fassen – gedrängt auf den quälendsten aller Wege.
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