Es wird viel berichtet, viel erzählt und mit teilweise sehr dramatischen Bildern unterlegt. Die Rede ist von den Medien. Schon längst stecken die echten, die "gedruckten" Zeitungen in einem Tief, die Auflagenzahlen gehen runter.
Grund dafür sind die neuen Medien. Das Internet ist schnell, DIE ZEIT oder auch die Süddeutsche Zeitung gibt es auch online zu lesen - warum also noch was "in der Hand" haben? Das fragen sich mit Sicherheit viele. Es geht jedoch nicht in erster Linie um die sinkenden Auflagenzahlen, sondern viel mehr darum, dass im Zeitalter der elektronischen Medien schnell einmal die Grenzen zwischen subjektiver und objektiver Betrachtung verwischen oder Dinge auf eine extremere Art und Weise dargestellt werden. Wohlweislich, dass der Fokus viel mehr auf Dramatik jeglicher Art gelegt werden muss, um die Leser nicht zu verlieren oder auch einer drastisch abfallenden Einschaltquote entgegenzuwirken. Oder schlimmer: teilweise werden Bilder gezeigt, welche in Wirklichkeit rein gar nichts mit den dazu geschilderten Vorkommnissen zu tun haben. Was soll die Bevölkerung als noch glauben können? Man ist auf Berichterstattungen angewiesen, nur so kann man im Bilde bleiben. Aber wie echt ist "echt", wenn die Journalisten, beziehungsweise die Medien im Allgemeinen, am längeren Hebel sitzen und den Menschen nach Lust und Laune Geschichten auftischen, wie es sie eigentlich gar nicht gibt? Natürlich ist dies alles in überspitzter Form dargestellt, aber dennoch wird das Bild von den Medien als ein objektiv-aufklärendes Medium, immer öfter in Frage gestellt.
Ihr Aufgabe: den Menschen das Weltgeschehen vor Augen führen und das möglichst so, dass keinerlei persönliche Meinung mitschwingt oder Ereignisse gar verzerrt werden. Das ist leider nicht immer der Fall. Nachrichten sollen Nachrichten bleiben, informativ, objektiv und realitätsnah. Stattdessen wird aber oftmals kommentiert und dem Zuschauer oder Leser schnell mal eine vorgeformte Meinung aufgetischt. Die Menschen sollen aber durch die Augen der Journalisten sehen, welche als stellvertretende Beobachter betrachtet werden können, ihnen also somit eine wichtige Aufgabe zukommt. Die Bevölkerung sollte von Berichterstattungen - ob Zeitung, Fernsehen, Internet - nicht auf einen falschen Pfad, gar an der Nase herumgeführt werden. Fakten wiedergeben - damit nachher jeder auf dieser "neutralen" Grundlage seine eigene Ansicht zu einem bestimmten Thema entwickeln kann.
So viel bezüglich der Aufgabe von Medien. Schauen wir doch nun noch einmal genauer auf die Digitalisierung. Eine wirkliche Zeitung in der Hand zu haben, das ist schon was Schönes. Allerdings findet man in Tages- oder Wochenzeitungen längst nicht die Informationsfülle, die sich vielleicht der ein oder andere wünscht. Wir sind ja auch verwöhnt. Das Internet informiert über alles, man muss nur einen Suchbegriff eingeben. "Alles", so lautet das Stichwort. Natürlich findet man viele Informationen, auch zu Themen, welche die Zeitungen unter Umständen als "unwichtig" markiert und nicht mit aufgenommen haben. Sie sind nun mal die traditionellen Informationsfilter. Wird also durch die schnelle Informationsflut noch viel Wert auf Qualität - oder Niveau - der Berichterstattungen gelegt oder geht es vielmehr darum, möglichst viel in die Welt herauszuposaunen? Die Menschen wollen immer mehr wissen. Also geht es nicht mehr um die Präsentation von Fakten? Die, ich nenne es mal Onlineisierung, ist in vollem Gange. Wenn es nicht zu herben Verlusten kommen soll, dann müssen sich auch die Printmedien ein zweites Standbein schaffen: das Internet. Zeitungen digitalisieren und die Artikel auf eigenen Seiten für wissenshungrige Menschen zugänglich machen - das wird mit Sicherheit ein Erfolg.
Hinzu kommt Social Media. Twitter, facebook und jetzt auch google+. Mitmachen statt sich stur stellen - ansonsten geht es den Bach runter. Die Welt wird zunehmend schnelllebiger, was bedeutet, dass sich auch die Inhalte auf Internetseiten im Minutentakt verändern, beziehungsweise aktualisiert werden. Für die Printmedien wohl erst einmal eine Herausforderung, schließlich wird viel Zeit darauf verwendet, Artikeln das Logo "qualitativ hochwertig" aufzudrücken. Mehr Informationen in einem kürzeren Zeitraum, das will die Welt, das braucht die Welt und das bekommt sie schlussendlich auch. Wer nicht mitzieht, bleibt auf der Strecke.
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