Barack Obama bezeichnet die Wahl des neuen ägyptischen Staatsoberhauptes als "Meilenstein" - ein Meilenstein, hin zur "fairen" Demokratie? Es gibt noch viel Arbeit, denn an die neue Staatsform muss sich erst gewöhnt werden. Die Wahl ist glücklicherweise friedlich verlaufen, was wohl auch ein Indikator für den rechtmäßigen und fairen Vorgang ist. Die Ägypter jubeln und tragen sie in ihren Händen - ihre neu gewonnene, politische Freiheit.
Wir haben es nun zukünftig mit einem neuen Ägypten zu tun, einem demokratischen Ägypten, welches Unterdrückung nicht mehr kennen will. Es solle sich nun "allen anderen politischen und gesellschaftlichen Gruppen" geöffnet werden. Alle Menschen sollen das Gefühl bekommen, unter der Hand der Demokratie gleich zu sein, etwas in der Geschichte Ägyptens bewegt zu haben. Ist es nur das Gefühl? Es ist Fakt. Die Menschen haben gekämpft - zu einem Großteil mit blutigem Ergebnis. Doch endlich steht jemand an der Staatsspitze, der alles besser machen möchte. Mohammed Mursi gibt sich bescheiden.
Und auch für die Staatengemeinschaft ist diese Wahl von Bedeutung: die Beziehungen zu dem arabischen Land - so sollte man hoffen - werden in Zukunft wesentlich entspannter sein. Endlich, auch Ägypten hat den "Modernisierungsschritt" gemacht. Doch ist der Weg zu demokratischen Verhältnissen, wie wir sie bei uns in Deutschland vorfinden, noch weit. Die Aufgabe der Regierung ist es nun, besonders unabhängigen Institutionen unter die Arme zu greifen und der Bevölkerung die Möglichkeit zur Entfaltung, in jedweder Hinsicht, zu geben. Man mag es kaum glauben - und die Menschen in Ägypten können ihr Glück womöglich immer noch nicht fassen - aber sollte dieses Land wirklich eine andauernde, positive Wende vollbracht haben? Man wünscht es Ägypten.
Soweit die positive Seite. Kann alles wirklich so perfekt sein? Mursi betont den Willen zur Kooperation. Wird er auch den Friedensvertrag mit Israel einhalten? Mohammed Mursi möchte "Präsident aller Ägypter" sein, so bezeichnet er sich selbst. Aber das Wahlergebnis gegen seinen Wettstreiter war knapp: er hatte sich nur mit 52 Prozent der Stimmen gegen den ehemaligen Mubarak-Minister Schafik durchgesetzt. Hat das etwas für die Stimmung im Land zu bedeuten, für eine noch sich eventuell zurückhaltende Gruppe von Menschen? Keiner wünscht sich ein böses Erwachen, sondern Frieden im Land.
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