Dienstag, 28. August 2012

Grenzenlos - und nun?



Die Türkei hat es getan: die NATO wurde mit ins Spiel gebracht. Ist das nun der Startschuss für eine "wirkliche" internationale Beteiligung im Kampf gegend die dramatische Lage in Syrien? Das wird sich zeigen. Am Dienstag soll der NATO-Rat tagen und über weiteres Vorgehen abstimmen. Die 28 Länder werden wichtige Entscheidungen fällen müssen. Vielleicht die Ironie des Schicksals, dass gerade jetzt, wo Syrien von aller Welt isoliert zu sein scheint und sich das Übel innerhalb der Landesgrenzen abspielt, beziehungsweise abgespielt hat, die syrische Luftwaffe Nachbars Kampfjet - welches zudem auch noch eine friedliche Mission hatte, nämlich das Testen eines Radarsystems - abgeschossen hat. Dieses liegt jetzt auf dem Meeresgrund. Wie schön. Grund für ein "wirksames" Agieren? Hat Syrien nun, im wahrsten Sinne des Wortes, eine Grenze überschritten, sodass nicht mehr weiter zugeschaut werden kann?

 

Jetzt meldet sich die Regierung in Damaskus zu Wort: man fühle sich zu Unrecht "angeklagt". Also haben die Syrer keinen Gebrauch von der Waffe gemacht? - doch. Man habe lediglich nicht gewusst, dass der Kampfjet aus der Türkei komme. Ah ja. Kein Wunder, es ist wohl verständlich, dass das syrische Militär angespannt ist, schließlich sollte einem - wenn noch ein Funke Menschenverstand vorhanden ist - klar sein, dass die internationale Staatengemeinschaft mit dem Land ziemlich auf Kriegsfuß steht. Und das Stichwort ist Krieg. Der Bürgerkrieg auf syrischem Boden geht weiter, Gewinner gibt es nicht. Zwei Fronten prallen aunaufhaltbar und kontinuierlich aufeinander. Die Verluste sind seit gut einem Jahr immens. Als Außenstehender sieht man einfach keinen Sinn in dem schrecklichen "Wirrwarr" des Landes. Klare Strukturen sind nicht mehr vorhanden, alles ist außer Kontrolle geraten - die soll mit Gewalt wiederhergestellt werden, das denken sich Aufständische und Anhänger des Regimes. Somit befindet sich das Land also in einer Situation der Endlosschleife. Denn aufgeben? Momentan kommt das für niemanden in Frage.
Es ist traurig, zu wissen, dass jeden Tag Menschen sterben. Zum Großteil sind sie unschuldig und haben nur verzweifelt, aber tapfer, für ihre Freiheit gekämpft. Der Dank ist brutaler Mord. Vielleicht rückt das Thema "militärische Intervention" durch diesen Vorfall wieder weiter in den Vordergrund und Russland und China überdenken ihre ablehnende Haltung noch einmal. Ich selbst stehe einer militärischen Indervention zwiegespalten gegenüber, auch wenn sie - so sollte es doch noch einmal dazu kommen - ein gutes Ziel verfolgen wird, nämlich die Stabilisierung der Lage im Land, sowie die Änderung der jetzigen Regeln. Soweit es denn jetzt überhaupt welche gibt. Gebt den Menschen ihre Rechte zurück! Nichtsdestotrotz ist mit einer solchen Intervention noch einmal sehr viel Gewalt verbunden. Ist es das also wert?

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