Die Türkei hat es getan: die NATO wurde mit ins Spiel gebracht.
Ist das nun der Startschuss für eine "wirkliche" internationale
Beteiligung im Kampf gegend die dramatische Lage in Syrien? Das wird sich
zeigen. Am Dienstag soll der NATO-Rat tagen und über weiteres Vorgehen
abstimmen. Die 28 Länder werden wichtige Entscheidungen fällen müssen.
Vielleicht die Ironie des Schicksals, dass gerade jetzt, wo Syrien von aller
Welt isoliert zu sein scheint und sich das Übel innerhalb der Landesgrenzen
abspielt, beziehungsweise abgespielt hat, die syrische Luftwaffe Nachbars
Kampfjet - welches zudem auch noch eine friedliche Mission hatte, nämlich das
Testen eines Radarsystems - abgeschossen hat. Dieses liegt jetzt auf dem
Meeresgrund. Wie schön. Grund für ein "wirksames" Agieren? Hat Syrien
nun, im wahrsten Sinne des Wortes, eine Grenze überschritten, sodass nicht mehr
weiter zugeschaut werden kann?
Jetzt meldet sich die Regierung in Damaskus zu Wort: man fühle sich zu Unrecht
"angeklagt". Also haben die Syrer keinen Gebrauch von der Waffe
gemacht? - doch. Man habe lediglich nicht gewusst, dass der Kampfjet aus der
Türkei komme. Ah ja. Kein Wunder, es ist wohl verständlich, dass das syrische
Militär angespannt ist, schließlich sollte einem - wenn noch ein Funke
Menschenverstand vorhanden ist - klar sein, dass die internationale
Staatengemeinschaft mit dem Land ziemlich auf Kriegsfuß steht. Und das
Stichwort ist Krieg. Der Bürgerkrieg auf syrischem Boden geht weiter, Gewinner
gibt es nicht. Zwei Fronten prallen aunaufhaltbar und kontinuierlich
aufeinander. Die Verluste sind seit gut einem Jahr immens. Als Außenstehender
sieht man einfach keinen Sinn in dem schrecklichen "Wirrwarr" des
Landes. Klare Strukturen sind nicht mehr vorhanden, alles ist außer Kontrolle
geraten - die soll mit Gewalt wiederhergestellt werden, das denken sich
Aufständische und Anhänger des Regimes. Somit befindet sich das Land also in
einer Situation der Endlosschleife. Denn aufgeben? Momentan kommt das für
niemanden in Frage.
Es ist traurig, zu wissen, dass jeden Tag Menschen sterben. Zum Großteil sind
sie unschuldig und haben nur verzweifelt, aber tapfer, für ihre Freiheit
gekämpft. Der Dank ist brutaler Mord. Vielleicht rückt das Thema
"militärische Intervention" durch diesen Vorfall wieder weiter in den
Vordergrund und Russland und China überdenken ihre ablehnende Haltung noch
einmal. Ich selbst stehe einer militärischen Indervention zwiegespalten
gegenüber, auch wenn sie - so sollte es doch noch einmal dazu kommen - ein gutes
Ziel verfolgen wird, nämlich die Stabilisierung der Lage im Land, sowie die
Änderung der jetzigen Regeln. Soweit es denn jetzt überhaupt welche gibt. Gebt
den Menschen ihre Rechte zurück! Nichtsdestotrotz ist mit einer solchen
Intervention noch einmal sehr viel Gewalt verbunden. Ist es das also wert?
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