Und wenn man nichts zu tun hat, dann stürzt man sich auf ein neues - absurdes - Thema. Liberale Züge hat der Iran keineswegs. Diesmal wird der Fokus auf Männer gelegt. Zu viel Haut? Aber ja! Der Iran meint, in puncto Kleidungsstil die Oberhand ergreifen und nun auch der männlichen Sparte einen Dresscode auferlegen zu müssen. Was um Himmels Willen sollen Sinn und Zweck dieser "Freiheitsbeschneidung" sein? Für den Iran ist die Sache klar: die Aversion gegen den Westen ist groß. Aber mal Hand aufs Herz: jetzt muss ernsthaft bei der Kleidung angesetzt werden?
Nachdem die Frauen seit Jahren quasi-verhüllt auf die Straße treten und ermahnt werden - oder gar mehr -, wenn ein Kopftuch zu locker sitzt und zusätzlich eine Haarsträhne zum Vorschein kommt, muss nun ein neues Objekt her, welchem Regeln und Zwänge auferlegt werden können. Seit Beginn der Woche wird quasi nach Männern mit "falscher" Kleidung gesucht, 70.000 Mann marschieren durch iranische Städte und spielen Moralapostel. Halsketten, kurze Hosen, sowie kurzärmelige Hemden sind ein absolutes Tabu. Nicht zu vergessen: "mondäne" Haarschnitte. Und demnächst kommt das Kopftuch für das männliche Geschlecht?
Nachdem die Frauen seit Jahren quasi-verhüllt auf die Straße treten und ermahnt werden - oder gar mehr -, wenn ein Kopftuch zu locker sitzt und zusätzlich eine Haarsträhne zum Vorschein kommt, muss nun ein neues Objekt her, welchem Regeln und Zwänge auferlegt werden können. Seit Beginn der Woche wird quasi nach Männern mit "falscher" Kleidung gesucht, 70.000 Mann marschieren durch iranische Städte und spielen Moralapostel. Halsketten, kurze Hosen, sowie kurzärmelige Hemden sind ein absolutes Tabu. Nicht zu vergessen: "mondäne" Haarschnitte. Und demnächst kommt das Kopftuch für das männliche Geschlecht?
Der Westen schüttelt verwundert den Kopf. "Plan zur Sicherung der Moral" - das neue Konzept wird von der selbst ernannten Moralpolizei offenbar sehr ernst genommen, denn man möchte in keinerlei Hinsicht mit dem Westen "sympathisieren". Größtes Problem: die Ketten, denn diese seien nicht islamisch. Nicht islamisch? Kulturelles Problem? Blinde Imitation der vulgären westlichen Kultur? Aspekte, Aussagen, welche deutlich Giftpfeile gen westliche Welt schießen und gleichzeitig mehr als albern klingen. Freunde macht man sich mit solch einem Verhalten dennoch weniger.
Diese Aktion lässt einen deutlichen Anti-Fortschritt erkennen, wenngleich der Iran an einer "Modernisierung" auf sein Art und Weise festhält. Wer will auch schon rückläufig sein? Aber dass sie der Bevölkerung ihre persönlichen Rechte entziehen, darüber wird nicht nachgedacht. Aber kurz zurückgespult - persönliche Rechte? Wenn der Iran der Ansicht ist, er könne mit solch einem scharfen Dresscode einer Rebellion vorbeugen, wurde wohl nicht gründlich genug nachgedacht und die Bevölkerung immens unterschätzt.
Die Menschen im Land sind schon jetzt mehr als unzufrieden mit den temporären Gegebenheiten, insbesondere die Frauen, welche selbst ein Bußgeld bezahlen müssen, wenn zu dem laut iranischer Norm viel zu lockeren Kopftuch auch noch figurbetonte Kleidung hinzukommt. Manche Frauen mögen Kopftücher aus religiöser Überzeugung tragen, wogegen rein gar nichts einzuwenden ist, denn es ist ihre freie Entscheidung. Sich aber in Kleidung "zwängen" zu müssen, welche man lieber nicht tragen möchte, bedeutet Unterdrückung, Zwang und Beraubung des freien Rechts auf Selbstbestimmung - wo wir wieder bei den eher nicht vorhandenen Rechten wären.
So sieht dann also die zukünftige iranische Gesellschaft aus: außer Augen sieht man rein gar nichts von dem Menschen, welcher unter einer Schicht von Stoff versteckt ist, die Ignoranz wächst, die Vereinzelung auch - oder so ähnlich. So wie die Frauen und Männer keinerlei Haut zeigen dürfen, so darf auch die Meinung nicht frei geäußert werden. Und wenn man keinerlei Schwierigkeiten bekommen will, dann hält man sich auch daran - macht das glücklich? Die Antwort sollte auf der Hand liegen. Besonders die junge Bevölkerung wünscht sich eine freie, zwanglose Gesellschaft, aber ohne Taten wird es diese wohl auch in Zukunft nicht geben. Aussagen, sowie das äußere Erscheinungsbild, lassen sich vielleicht bestrafen, aber kritische Gedanken, diese kann selbst der Iran nicht unterbinden. Genau diese Gedanken sind es, welche den brodelnden Topf der Unmut wohl bald zum Überlaufen bringen lassen können. Deutlich in Aktion treten - und wer macht den ersten Schritt?
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