Dienstag, 28. August 2012

Die ach so quälende Frage

So manches Mal hat man das Gefühl, die Bevölkerung werde von den Politikern künstlich dumm gehalten. Ein Beispiel ist Gorleben. Stagnation der Probleme. Wo kommt der Atommüll hin? DIE Frage, welche seit Jahren in den Köpfen rumschwirrt. Und was passiert? Es gibt heiße Debatten um einen neuen Standort, da Gorleben doch so ungeeignet sei und dann, urplötzlich, wird dieser Standort doch als Endlager in Betracht gezogen - aber nein, lieber doch nicht? Und weil eben alles so herrlich kompliziert ist, berichten die Medien einfach gar nicht mehr über das Hin und Her. Stille. Aber was ist da los? 


Nun gut, wenn es nichts Neues zu berichten gibt, dann erstickt auch das allgemeine Interesse daran. Wir wollen schließlich Fakten - positiver oder eben auch negativer Natur. So verschwindet das Thema zeitweise aus dem Bewusstsein der sich durch Zeitungen und Tagesschau bildenden Bevölkerung. Dass mit Erlöschen der Berichterstattungen aber nicht das Thema vom Tisch ist, das muss man allerdings niemandem erklären.


Es wird sich beschwert was das Zeug hält, wenn es zum besonders brisanten Thema Gorleben kommt. Es brennt sogar die Luft innerhalb der Parteien, wenn es um die Endlagerfrage geht. Herr Gabriel möchte Gorleben nicht ausschließen, für andere Politiker hingegen steht dieser Salzstock als letztes Parkhaus für den Atommüll nicht zur Debatte - vom Konsens weit entfernt. Es stellt sich eine Frage, auf welche man schwer eine Antwort findet: wieso um alles in der Welt sollte Gorleben noch als Endlager in Betracht gezogen werden, wenn doch jedem klar ist, dass dieser marode Salzstock gänzlich ungeeignet ist? Viele Menschen haben Angst, dass das Grundwasser radioaktiv verseucht werden könnte. Andere stört das weniger.
Vielleicht denken diejenigen, welche von der jetzigen Art und Weise, Lösungen zu suchen und zu finden, genug haben, schon seit Längerem darüber nach, der "jetzigen Welt" den Rücken zuzukehren und sich ihr eigenes kleines Dörfchen aufzubauen - ohne Atomenergie, ohne den dadurch produzierten Müll und ohne die aufkommende Frage: wohin mit dem radioaktiven Abfall? Das grüne Dörfchen als Ausdruck des Protests. Das kommt uns bekannt vor? Ganz richtig. Schon 1980 wurde im Gorlebener Wald ein "Hüttendorf" errichtet, um seinen Unmut gegenüber der damals geplanten Tiefbohrung im Salzstock zum Ausdruck zu bringen.



http://www.gorleben-archiv.de/images/1980-huettendorf-04.jpg


Zurück zum agrarischen Ideal mit Energie aus der Natur - ein einfaches Konzept mit großer Wirkung. Doch dies ging nur einen Monat - um genau zu sein 33 Tage lang - gut, denn dann wurde das kleine Naturdörfchen eiskalt zerschlage. Die Idylle war dahin, der friedliche Protest wirkungslos. Das laute Getöse der Bulldozer und Raupen - ein Graus für die Bewohner. Von einer Sekunde auf die andere wurden die unstabilen Hütten plattgewalzt. Ende.
Zurück ins Hier und Jetzt: es wird geredet, dass man sich sofort einigen und Ergebnisse vorlegen müsse - immerhin ein guter Anfang - um das Problem Gorleben endlich zu lösen. Doch man kann es kaum noch hören. Leere Worte, so scheint es. Dann wird ein wenig hier diskutiert und ein bisschen dort über Auswahlkriterien für Atommüll-Endlager philosophiert. Doch so akut wie das Thema auch sein mag wird es jedenfalls nicht behandelt - Meinung einer Laie. Und doch ist an dem äußeren "Erscheinungsbild" wohl zumindest ein Fünkchen Wahrheit dran. Oder nicht?
Wie sieht nun das konkrete Gesetz aus, mit welchem ein Endlager gesucht wird? Von Transparenz kann keine Rede sein, denn Altmaier, Gabriel und Trittin verziehen sich stillschweigend in ein Hinterzimmer - und kommen genauso still wieder raus. Was soll die Bevölkerung dazu noch sagen? Hinter der Hand wird "angeblich" versucht, in der Thematik voranzukommen, aber ein kurzes Statement ablegen? Nein, lieber doch nicht - ohne Worte in jeglicher Hinsicht. Immerhin wissen wir, dass die Suche nach einem geeigneten Endlager bis zum Jahre 2027 abgeschlossen sein soll. Beruhigend? Wenn man wüsste, dass Deadlines je nach Vorankommen in einer Sache nicht immer wieder lustig nach hinten verschoben werden, dann ja. Wird allerdings in dem jetzigen Tempo weitergearbeitet, dann liegt der Atommüll in 15 Jahren immer noch im maroden und bis dahin vielleicht schon völlig "zusammengefallenen" Salzstock Gorleben. Aber solange das Thema "akut" bleibt...



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